Immediate Life Support Courses am LKH Stolzalpe
Reanimationsausbildung auf neuem internationalen Niveau
In den sehr erfolgreichen US Fernsehserien Emergency Room, Chicago Hope, etc. sind kardiopulmonale Reanimationen ein durchaus häufiges und spannendes Ereignis. Die Überlebensrate ist hier aber im Vergleich zum realen Krankenhausalltag überdurchschnittlich hoch. Gerade ein Drittel der Patienten mit einem Kreislaufstillstand und darauf folgender Wiederbelebung überleben. Und dies ist auch nur möglich, wenn das gesamte Krankenhauspersonal optimal auf diese auch für ein Krankenhaus außergewöhnliche und gar nicht häufige Situation vorbereitet ist.
Immediate Life Support Courses
Die Idee zu einer Reanimationsausbildung der Mitarbeiter des LKH Stolzalpe auf internationalem Niveau durch „Immediate Life Support Courses" entstand beim Kongress des European Resuscitation Council 2006 in Norwegen. Nach intensiver Vorbereitung fanden Ende Jänner 2007 die beiden ersten Kurse in der Gesundheitswerkstätte des LKH Stolzalpe statt.
Als Partner konnte die Gailtal-Klinik in Hermagor und auch die Allgemeine Krankenpflegeschule am LKH Stolzalpe gewonnen werden.
Ein achtstündiges Kursprogramm bringt den maximal vierzehn Teilnehmern aus allen Berufsgruppen Theorie und vor allem Praxis der Reanimation näher. Zwei theoretische Vorträge zu je 30 Minuten vermitteln den derzeit aktuellen Wissensstand über die Hintergründe für einen Kreislaufstillstand und die Maßnahmen zu seiner wirkungsvollen Behandlung. Den Praxisteil bilden u.a. Thoraxkompressionen, Mund zu Mund Beatmung, Beutel-Maske Beatmung, Defibrillation, Assistenz bei der Sicherung der Atemwege, die in mehreren Übungsstationen und auch in Zweier- oder Dreier-Teams für das ideale Zusammenspiel geübt werden.
Feedback
Die Ausbildung haben inzwischen 381 Teilnehmer, die aus allen Berufsgruppen kommen, absolviert. Inzwischen melden sich auch immer mehr Interessenten aus anderen Bundesländern und selbst aus der Bundesrepublik Deutschland, die Interesse an dem Projekt bekunden.
Erich Tschemernjak, OP Gehilfe
„Die Freude hielt sich in Grenzen, als ich erfuhr, dass ich am ersten ILS Kurs auf der Stolzalpe teilnehmen soll. ... Nach diesen 8 Stunden mit Henrik Fischer, Markus Gschanes und Joachim Schlieber war alles anders. ..."
Michael Pürstl, Zivildiener
„... schon nach den ersten Stunden war klar, der Kurs wird mir sehr viel bringen. ... Man lernt einige Arbeitskollegen besser kennen. Zusätzlich wird man durch eine klare Anleitung auf Notfallsituationen vorbereitet und mit viel praktischer Übung werden diese veranschaulicht. Nachher ist man vorbereitet und weiß, was man im Notfall zu tun hat und braucht keine Angst davor zu haben."
Dr. Michael Steinberger,
„... Auch die Vermischung unterschiedlicher Berufsgruppen brachte zusätzlich ein besseres Kennenlernen und den Abbau von Berührungsängsten. ..."
OA Dr. Gerhard Fürst, Leiter der Abteilung für Physikalische Medizin
„... Gut finde ich auch, dass Mitarbeiter aus verschiedenen Berufsgruppen in diesen Kursen das Gleiche lernen und gemeinsam üben - genau so, wie man auch in einem Notfall zusammen helfen muss. ..."
OA Dr. Joachim Schlieber, LKH Stolzalpe
©Fotos: Joachim Schlieber
Neues Schulungskonzept zur Reanimation im LKH Bruck a. d. Mur
Immediate Life Support (ILS) implementiert
Das LKH Bruck a.d. Mur beginnt als bisher größtes Krankenhaus in Österreich ein Gesamtkonzept zur Reanimationsausbildung nach internationalen Empfehlungen umzusetzen.
Seit November vorigen Jahres erarbeitet ein sechsköpfiges Projektteam, unter der Leitung von DGKS Eva-Maria Singraber, ein Konzept zur Durchführung von ILS (Immediate Life Support) Reanimationskursen. ILS-Kurse werden seit rund zwei Jahren schon auf Initiative von OA Dr. Joachim Schlieber im LKH Stolzalpe und seit kurzem auf Initiative von OA Dr. Sassan Lachini auch im DKH-Schladming mit großem Erfolg durchgeführt. OA Dr. Joachim Schlieber zeichnet sich darüber hinaus auch seitens des ERC (European Resuscitation Council) für die Durchführung von ILS-Kursen in ganz Österreich verantwortlich.
Mitarbeiter- und patientenorientierte Qualitätssicherung
Der Immediate Life Support Kurs schließt die Lücke zwischen den absoluten Basisreanimationsmaßnahmen für Laien und den erweiterten Reanimationsmaßnahmen für Profis. Er ist somit für diejenigen Angehörigen des Gesundheitswesens gedacht, von denen erwartet wird, sachgemäß mit einer Reanimation zu beginnen.
Diese Kurse sind durch das ERC ins Leben gerufen worden, um ein Kursformat anbieten zu können, dass die alle fünf Jahre neu erscheinenden Richtlinien zur Reanimation beinhaltet und sich speziell an das Krankenhauspersonal richtet.
Mit diesem Projekt wird im LKH Bruck a.d. Mur eine mitarbeiter- und patientenorientierte Qualitätssicherung gesetzt. Der Mitarbeiter ist durch diese Reanimationsschulung in der Lage, die lebensrettenden Sofortmaßnahmen in den verschiedenen medizinischen Notfallszenarien kompetent und zeitnah einzuleiten, solange und soweit der Arzt nicht zur Verfügung steht bzw. im Zusammenspiel mehrerer Berufsgruppen seine Kompetenzen einbringen kann.



